• Juli 31, 2020
  • Thomas Raeth
  • Aktuell

Musikalische Revue von Kai Tietje und Stefan Huber
Uraufführung

Mario Hetzdorf, Aufnahmeleiter der TV-Show »Mit Musik geht alles besser!«, ist ein Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs: Gleich startet die Live-Sendung mit dem allseits beliebten Moderator und Entertainer Vico von Kulenburg, aber drei Musiker des Orchesters sind nicht da. Ist es wirklich eine gute Idee, einfach Gitarre, Bass und Schlagzeug der eingeladenen Rockband als Ersatz zu nehmen? Ausgerechnet jetzt proben Regievolontär Benno Leichtfuß und einige Gaststars den Aufstand, ganz zu schweigen von den nicht ganz legalen Substanzen, die im Backstage-Bereich die Runde machen. Geht mit Musik wirklich alles besser, und kann Vico die Show irgendwie doch noch zu einem (be-)rauschenden Finale bringen?

Nach seinen großen Beatles-Abenden »A Day on Abbey Road« und »White!« arbeitet Regisseur Stefan Huber wieder am Theater Heilbronn. In »Born to Be Wild?« nehmen er und Kai Tietje uns mit auf eine musikalische Reise durch unruhige Zeiten, konfrontieren ein Orchester mit einer Rockband, Rock’n’Roll mit Schlager, Beat mit Swing. Dabei zeigen sie en passant mit einem achtköpfigen Ensemble und 24 Musikern auf der Bühne die ganze Bandbreite und Vielfalt der Musik von Mitte der 60er bis Anfang der 70er-Jahre: Von »Satisfaction« bis zu »Es fährt ein Zug nach nirgendwo«, von »Mama« bis zu »Light My Fire«, von Alexandra bis zu Led Zeppelin, von den Rolling Stones bis zu Reinhard Mey. Die Songs erweisen sich als Hilfsmittel und Waffen im Konflikt der Generationen und im Kampf um die Show, als Ausdruck von unterschiedlichen Lebenshaltungen und unvereinbarem Lebensgefühl, als politische Statements und persönliche Standortbestimmungen. Ganz wie in dieser »wilden« Umbruchszeit, in der Musik zum Katalysator gesellschaftlicher Veränderungen wurde.

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